29. September 2026
Die Preise für Holzhackschnitzel sind im dritten Quartal 2026 spürbar gestiegen. Nach Angaben des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) erhöht sich der Preis für Hackschnitzel der Qualitätsklasse A1 bei einer Abnahme von 80 Schüttraummetern (SRM) gegenüber dem Vorquartal um rd. 13 Prozent auf 38,90 Euro netto je SRM.
Auffällig ist derzeit eine Entkopplung der Preise zwischen Rundholz und Sägenebenprodukten: Ersteres ist in den vergangenen Monaten günstiger geworden, während sich Sägenebenprodukte – die wichtigste Rohstoffquelle für Hackschnitzel und Pellets – deutlich verteuert haben. Grund dafür ist die schwache Baukonjunktur. So bleibt die Nachfrage nach Schnittholz 2026 gering und viele Sägewerke haben ihre Produktion entsprechend heruntergefahren. Wird weniger eingeschnitten, fällt automatisch auch deutlich weniger Sägerestholz an – unabhängig vom verfügbaren Holzvorrat im Wald.
„Das aktuelle Rundholzaufkommen lässt kaum Rückschlüsse auf die Restholzmenge zu, die letztendlich in die Brennstoffproduktion fließt“, erklärt DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele. „Entscheidend ist, was davon in den Sägewerken verarbeitet wird – und das ist bei der aktuell schwachen Schnittholznachfrage deutlich weniger. Bleibt der Einschnitt aus, fehlt auch unser Rohstoff.“
Verschärft wird die Lage durch gestiegene Produktionskosten. Gleichzeitig bleibt die Rundholznachfrage verhalten, während die Nachfrage nach energetischer Nutzung von Holz zum Ende des Sommers merklich angezogen hat.
Trotz des Preisanstiegs bleiben Holzhackschnitzel gegenüber fossilen Energieträgern deutlich im Vorteil: Der Nettopreis der Qualitätsklasse A1 lag im dritten Quartal 2026 um rund 68 Prozent unter dem Heizölpreis und um rund 50 Prozent unter dem Erdgaspreis.
Der Hackschnitzelpreis wird vom Deutschen Pelletinstitut (DEPI) quartalsweise erhoben. Unternehmen, die Hackschnitzel produzieren, können ihre Verkaufspreise für alle Qualitätsklas-sen freiwillig beim DEPI melden. So tragen sie zu einer verlässlichen Datenlage und Marktbe-obachtung bei.
Der Erhebungszeitraum endet am 15. des dritten Monats des laufenden Quartals. Er bezeichnet den Durchschnittspreis (netto) in Deutschland für einen Schüttraummeter der jeweiligen Qualitätsklasse. Qualitätsklasse A1 ist angelehnt an die Qualitätsklasse ENplus A1 (Wassergehalt ≤ 15 m-%, Aschegehalt ≤ 1,5 m-%, Feinanteil ≤ 5 m-%). Qualitätsklasse A2 ist angelehnt an die Qualitätsklasse ENplus A2 (Wassergehalt 20-35 m-%, Aschegehalt ≤ 2,5 m-%, Feinanteil ≤ 8 m-%). Qualitätsklasse B entspricht der Qualitätsklasse ENplus B (Wassergehalt ≥ 35 m-%, Aschegehalt ≤ 5 m-%, Feinanteil ≤ 10 m-%).
Weitere Grafiken zum Hackschnitzelpreis
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