Pelletbranche will Pontenziale gemeinsam heben

Branchentag Pellets: Herausforderungen von innen und außen

24. September 2026

Gruppenbild aller Teilnehmer des DEPI-Branchentag 2026
© Deutsches Pelletinstitut

„Wir versäumen es, die Potenziale der heimischen Holzenergie zu nutzen“, so Helmut Schellinger zur Begrüßung beim Branchentag des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) in Würzburg. Zugleich erinnert er die rd. 60 Teilnehmer an die Stärken von Holz und Pellets bei Versorgungssicherheit, Wertschöpfung vor Ort und beim Klimaschutz als Antworten auf die akuten multiplen Krisen. Dabei sieht der Vorsitzende beim Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) die Gründe für die aktuell schwierige Marktsituation nicht nur bei einem ohnehin schwachen Heizungsmarkt, sondern auch bei öffentlichen Akteuren, die Vorurteile schürten. Schellinger verweist darauf, dass für Pelletheizungen beim Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und auch bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) weiterhin attraktive Förderbedingungen gelten. Das honoriere die Vorteile für Klima und Energiesystem angemessen.

Gegenwind auch aus der Branche

Der DEPV-Vorsitzende bekräftigt: „Damit die Vorzüge von Pelletheizungen Handwerk und Verbraucher wieder stärker vermittelt werden können, ist eine gemeinsame Anstrengung der gesamten Branche erforderlich. Nur so können wir die Marktsituation mittelfristig wieder verbessern.“ Einige Pellethersteller verhielten sich derzeit gegenteilig. Schellinger erwähnt explizit die Initiative einiger großer Pelletproduzenten, die mit einem eigenen Qualitätssystem den Markt und Interessenten verunsicherten. „Heizen mit Pellets funktioniert und kann in Deutschland, dem größten Pelletproduzenten Europas, rundherum mit gutem Gewissen betrieben werden.“ Schellinger ruft die Branche auf, zusammen der kritischen Marktsituation zu trotzen. Dazu würden auch gezielte Kommunikationsmaßnahmen gehören, einige wurden in der gestern tagenden DEPV-Fachgruppe Marketing diskutiert. 

Bayern Pelletland Nr. 1

Die Vorbildfunktion des Freistaats Bayern als Land mit der höchsten Dichte an Pelletheizungen beleuchten Ludwig Friedl, Geschäftsführer der Energieagentur Regensburg und Vorsitzender des Landesvereins Bayerischer Energieagenturen, sowie Dr. Wolfgang Schwarz, Hauptgeschäftsführer beim bayerischen Fachverband Sanitär, Heizung und Klima. Schwarz und Friedl sind sich einig, dass mittlerweile erheblicher Aufwand vonnöten sei, um Handwerk und öffentliche Hand das komplexe System des Heizens mit Pellets zu vermitteln – auch im holzenergiefreundlichen Bayern. 

© Deutsches Pelletinstitut

Fachimpulse lieferten  Ludwig Friedl, Vorstandsvorsitzender Bayerische Energieagenturen und Dr. Wolfgang Schwarz, Hauptgeschäftsführer (FVSHK Bayern).

Schwarz betont: „Das SHK-Handwerk in Bayern ist in großen Teilen weiter vom Energieträger Holz, speziell auch von Pellets überzeugt. Das zeigt u.a. die Inbetriebnahme der 250.000sten bayerischen Pelletheizung im letzten Jahr durch Staatsminister Aiwanger. Unsere Heizungsbauer verfügen über die notwendigen Spezialkenntnisse, wie dem Zusammenspiel von Lager und Heizung für die Pelletqualität. Das ist die unerlässliche Voraussetzung für eine kompetente Beratung und einen optimalen Heizungsbetrieb.“

Dazu gehöre auch die Auseinandersetzung mit der Kommunalen Wärmeplanung. Hier sieht Friedl keinen Grund, Wärmenetze und Einzelheizungen als Konkurrenz anzusehen. Beide hätten das Ziel, Öl- und Gasheizungen zu ersetzen. „Auch werden neue Wärmenetze viel seltener umgesetzt als angenommen, so dass die Pelletheizung auch weiterhin zur erneuerbaren Wärmewende im Freistaat benötigt wird“, so Friedl weiter. 

Gezielte politische Interessenvertretung notwendig

Wie wichtig eine gezielte, fachkundige Interessenvertretung für die Pelletbranche ist, zeigen die maßgeblichen Neuerungen bei GModG und BEG. Dennoch gebe es noch einige offene Punkte und vor allem immer wieder Querschüsse, denen man beim DEPV sachlich und fundiert begegne. Das sei vor allem eine für nächstes Jahr geplante Verschärfung der Emissionsvorgaben für die Förderung von Pelletheizungen. Dass Pelletheizungen die Lösung bei der Luftreinhaltung und nicht das Problem sind, zeigt Dr. Volker Lenz vom Biomasseforschungszentrum Leipzig anhand aktueller Daten. Zusammenfassend betont Lenz: „Hybride Systeme aus Wärmepumpe und Pelletofen mit Wassertasche oder Pelletkessel bieten eine hohe Zukunftssicherheit im Hinblick auf Gesamteffizienz, Komfort und Resilienz.“

DEPI-Branchentag. Diskussionesrunde mit Torben Niemann, Jens Doerschel, Martin Ecker und Volker Lenz
© Deutsches Pelletinstitut

Diskussionsrunde: Torben Niemann, Projektleiter Initiative Holzwärme, mit DEPV-Referent Jens Dörschel, Martin Ecker, Geschäftsführer HDG, und Dr. Volker Lenz vom Biomasseforschungszentrum (v.l.n.r.).

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